Die Möwen zerfallen im Flug

 

Der Winter zerfällt zu Leichtigkeit
am Landungssteg döst einer
auf der Bank an der blauen Sonne
Mutter und Kind aus dem Kinderwagen
recken die Hälse wie Schlafwandler
unter kahlen Platanen die Luft schmeckt
ohne linden Hauch leer und aseptisch
die Gasthäuser sind geschlossen
verbannt sind Nachtmahr und Dunkelheit
es braucht keine Worte die Welt ist
unerheblich nur die Möwen schreien und
zerfallen im Flug über dem Wasser
wie die Worte die ihnen folgen

 

 

#höhtkerhype !                                          

 

Lese-Erfrischungen statt Eis am Stiel

»Manchmal, in der Dunkelheit am Ende einer Sommernacht, wenn er keinen Schlaf mehr finden konnte, stieg er hinauf zu dem mächtigen Pohutukawa-Baum oben am Berg. Wilde Rosen beim alten französischen Friedhof ließen mit ihrem zarten Duft die vergessenen Gräber wieder zu einem Teil des Lebens werden.«

 

aus Zu Ende ist Nichts von Dieter David Seuthe

 

 

»Das ist das Merkwürdige bei Wasser und Sonne, ringsum hat das Wasser die dunklen Wetterfarben, nur wo man selber ist, reicht die Sonne hin. Immer ist die Blickbahn von dir zur Sonne auf dem Wasser eine Bahn nichts als Glanz. Alles andere ist dunkel. Aber zur Sonne könnte man schwimmen.«
 

aus Nirgends wäre ich lieber als hier. Mit Martin Walser unterwegs am Bodensee

 

 

»Am Wochenende erzählte sie meistens vom Meer, von leeren und vollen Netzen, vom Hunger, der sich mit Hoffnung paarte, und von Hafenvierteln, zwielichtigen Promenaden, von Einsamkeit und Tod.«

 

aus Fremdenzimmer von José F.A. Oliver

»Es ist Sommer 1983; ich sitze im Zug nach Poznań und fahre zu meinem Mädchen, weil ich aus Liebe zu ihm unter die Zuge gegangen bin.«

 

aus Kosmopolen von Artur Becker

 

 

»Dabei beginnt der Weg zur Freude der Seele beim Körper. Aus diesem Grunde sagen unsere Weisen, dass es eine Pflicht ist, besonders an allen Feiertagen, dem Körper Freude zu bereiten.«

 

aus Viel habe ich von meinen Lehrern gelernt und noch mehr von meinen Schülern von Shlomo Raskin

 

 

»Zu Hause hatten wir in jedem Zimmer Kristallleuchter. Sie waren riesig. Ich stehe darunter und warte, dass ein Kristall runterfällt.«

 

aus Eine Träne. Ein Lächeln von Luna Al-Mousli

 

 

»Vergessen gibt es im Grunde nicht, weil Vergessen keine Gegenwart hat: I am forgetting ist sinnlos.«

 

aus Chaya von Kathy Zarnegin

Unsere Vorschau für den Herbst

(Zum Blättern auf das Cover klicken.)

 

instagram.com/weissbooksverlag