| E.
M. Cioran |
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E.M. Cioran, der große Denker, hielt sich vor über vierzig
Jahren, von Ende Juli bis Ende August 1966, in Talamanca auf Ibiza auf.
Die Insel der Glückseligen, die damals noch nicht von Blumenkindern,
Aussteigern und Partysüchtigen besetzt war, hat Cioran die erhoffte
Ruhe nicht geschenkt. An Ausspannen war nicht zu denken, weshalb er, vom
Wetter und von Schlaflosigkeit geplagt („Die Hitze bringt alle meine
Gebrechen zur Geltung“), zu schreiben begann und ein Sommertagebuch
einer erloschenen Liebe hinterließ: „Diese Insel, die ich
so geliebt habe, ist nicht mein Genre.“ Auch auf Ibiza konnte er
seiner Befindlichkeit, die er „zwischen Grauen und Ekstase“
ansiedelte, nicht entgehen. Und dennoch war ihm klar: „Weit entfernt
vom Mittelmeer zu leben, ist ein Irrtum.“ Das Werk von E.M. Cioran (1911 – 1995) ist bei Suhrkamp und Klett-Cotta
versammelt. Die wichtigsten Titel: „Lehre vom Zerfall“ (1953
– übersetzt von Paul Celan!), „Syllogismen der Bitterkeit“
(1969), „Auf den Gipfeln der Verzweiflung“ (1989), „Leidenschaftlicher
Leitfaden“ (1996).
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