Erscheint im Frühjahr 2017

„Wenn das gelingt, was mir Arnold empfohlen hat, müßte der Titel lauten: Nicht zur Veröffentlichung bestimmt. Nach nahezu 40 Jahren ein rücksichtsloser Blick auf Verlag. Autoren, Bücher, Manuskripte…“

 

So beginnt ein Manuskript, das Elisabeth Borchers, die 2013 verstorbene große Lyrikerin und legendäre Lektorin („Das literarische Gewissen des Suhrkamp Verlags“, pflegte Siegfried Unseld über sie zu sagen) hinterlassen hat. Zwischen 1999 und 2005 hat sie an einem autobiographischen Text gearbeitet, den sie nicht beenden konnte. Auch, wenn sie Arnold Stadlers Anregung zunächst folgt und von ihren Begegnungen mit Dichtern wie Bohumil Hrabal, Uwe Johnson, Martin Walser oder Jurek Becker erzählt (und sich dabei nicht vor kräftigen Aussagen scheut, die so manchem Nachfahren in den Ohren klingeln dürften), nehmen ihre Aufzeichnungen doch bald eine überraschende Wendung. Mehr und mehr gleitet sie ins eigene Ich, das Ich einer Frau, die sich im hohen Alter noch einmal der Wucht und der quälenden Macht einer großen Liebe aussetzt. Wie sie, eine grande dame par excellence, dieses Lieben erfährt, ist der Kristallisationspunkt dieses Fragment gebliebenen Manuskripts – und ein ergreifendes Dokument.

Elisabeth Borchers
Nicht zur Veröffentlichung bestimmt

Ein Fragment

Herausgegeben und mit einem Nachwort

von Martin Lüdke

Geb., etwa 190 Seiten

Mit vielen s/w Fotos

ca. 22,00€ (D)

978-3-86337-097-8